Das Wichtigste in Kürze

  • Entscheidend ist die Vorlauftemperatur: Wird das Haus an kalten Tagen mit höchstens 55 Grad warm, ist es grundsätzlich geeignet. Das lässt sich mit der vorhandenen Heizung testen.
  • Eine Fußbodenheizung ist keine Voraussetzung. Ausreichend große Heizkörper erreichen laut Fraunhofer ISE ähnlich niedrige Vorlauftemperaturen wie Flächenheizungen.
  • In der Fraunhofer-Feldstudie „WP-QS im Bestand“ erreichten 77 Wärmepumpen in Bestandshäusern im Mittel eine Jahresarbeitszahl von 3,4 (Luft/Wasser) beziehungsweise 4,3 (Sole/Wasser). Das Baujahr spielte keine Rolle.
  • In Köln, Bonn und Düsseldorf ist der Aufstellort oft die eigentliche Hürde: Schallabstände, Innenhöfe, Reihenhäuser. Leise Geräte und eine sorgfältige Planung lösen die meisten Fälle.
  • Die KfW fördert den Tausch mit dem Zuschuss 458: 30 Prozent Grundförderung, bis zu 70 Prozent mit Boni (Stand 21. Juli 2026). Antrag vor Vorhabenbeginn.

Warum die Vorlauftemperatur über die Eignung entscheidet

Eine Wärmepumpe hebt Wärme aus der Außenluft oder dem Erdreich auf das Temperaturniveau, das die Heizung braucht. Je kleiner dieser Temperaturhub, desto weniger Strom benötigt sie. Eine Anlage, die 35 Grad Vorlauf liefern muss, arbeitet deutlich effizienter als eine, die 65 Grad liefern muss. Deshalb ist die Vorlauftemperatur, mit der Ihr Haus an kalten Tagen auskommt, die wichtigste Kenngröße bei der Frage nach der Eignung.

Alte Heizungen sind häufig auf 70 Grad oder mehr eingestellt, obwohl das Haus das gar nicht braucht. Die Heizkurve wurde bei der Inbetriebnahme hoch gewählt und nie angepasst. Viele Bestandsgebäude, insbesondere wenn in den letzten Jahrzehnten Fenster getauscht oder das Dach gedämmt wurde, kommen mit deutlich weniger aus.

Als Faustregel gilt: Reichen 55 Grad Vorlauf auch an den kältesten Tagen, ist das Gebäude grundsätzlich wärmepumpengeeignet. Besser sind 50 Grad oder weniger. Liegt der Bedarf einzelner Räume darüber, lässt sich das meist durch den Tausch weniger Heizkörper lösen, ohne das ganze Haus umzubauen.

Der 55-Grad-Test mit Ihrer vorhandenen Heizung

Sie können die Eignung im Winter selbst prüfen, ohne dass ein Gerät gekauft wird. Der Test dauert einige kalte Tage und kostet nichts außer etwas Aufmerksamkeit.

  • Stellen Sie an Ihrer Heizung die maximale Vorlauftemperatur auf 55 Grad ein oder senken Sie die Heizkurve entsprechend ab. Die Bedienungsanleitung oder Ihr Heizungsbetrieb hilft bei der Einstellung.
  • Öffnen Sie alle Thermostatventile vollständig, damit der Test nicht durch gedrosselte Heizkörper verfälscht wird.
  • Warten Sie einige kalte Tage mit Außentemperaturen um oder unter null Grad ab und prüfen Sie, ob alle Räume die gewünschte Temperatur erreichen.
  • Werden einzelne Räume nicht warm, notieren Sie diese. Dort sind die Heizkörper zu klein und werden später getauscht.
  • Werden alle Räume warm, ist das Haus grundsätzlich geeignet. Versuchen Sie in einem zweiten Schritt 50 Grad; je niedriger, desto effizienter arbeitet die spätere Wärmepumpe.

Der Test ersetzt keine Heizlastberechnung, gibt aber eine belastbare erste Antwort. Wir nutzen die Ergebnisse als Grundlage für die Auslegung.

Heizkörper statt Fußbodenheizung: Was die Fraunhofer-Studie zeigt

Die verbreitete Annahme, eine Wärmepumpe brauche eine Fußbodenheizung, hält der Praxis nicht stand. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme hat in dem 2025 abgeschlossenen Forschungsprojekt „WP-QS im Bestand“ vier Jahre lang 77 Wärmepumpenanlagen in bestehenden Ein- bis Dreifamilienhäusern gemessen. Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichten im Mittel eine Jahresarbeitszahl von 3,4 (Bandbreite 2,6 bis 4,9), Sole-Wasser-Anlagen 4,3 (3,6 bis 5,4).

Zwei Ergebnisse sind für Altbaubesitzer besonders wichtig: Erstens fanden die Forscher keinen Zusammenhang zwischen dem Baujahr des Gebäudes und der Effizienz der Wärmepumpe. Zweitens erreichten Gebäude mit ausreichend dimensionierten Heizkörpern im Mittel ähnlich niedrige Vorlauftemperaturen wie Gebäude mit Flächenheizung. Entscheidend waren Heizkörpergröße und hydraulische Einbindung, nicht der Heizflächentyp.

Auch der elektrische Heizstab, der bei sehr tiefen Temperaturen zuheizt, trug bei den Luft-Wasser-Anlagen nur 1,3 Prozent zur elektrischen Arbeit bei. Die Sorge, die Wärmepumpe heize im Winter überwiegend mit teurem Direktstrom, bestätigte sich nicht. Gegenüber Erdgasheizungen ergaben sich mit dem deutschen Strommix 2024 rund 64 Prozent geringere CO₂-Emissionen.

Aufstellung in dichter Bebauung: Reihenhaus, Innenhof, Hang

In Köln, Bonn und Düsseldorf ist selten das Gebäude das Problem, sondern der Platz für das Außengerät. Reihenhäuser in Köln-Rodenkirchen oder Düsseldorf-Benrath haben oft nur einen schmalen Vorgarten; Blockrandbebauung in Köln-Nippes oder Düsseldorf-Pempelfort bietet Innenhöfe, in denen Schall an den Wänden reflektiert; Bonner Hanglagen in Kessenich oder Bad Godesberg schicken den Schall talwärts zu Nachbarn, die tiefer wohnen.

Für alle diese Fälle gibt es Lösungen: besonders leise Geräte, Schallschutzhauben, Aufstellung auf Garagen- oder Flachdächern, Innenaufstellung mit Luftkanälen durch die Außenwand. Wichtig ist, den Aufstellort vor der Geräteauswahl festzulegen und die Schallabstände zu den nächsten Nachbarfenstern zu prüfen. Die Immissionsrichtwerte richten sich nach der Gebietsart; in Wohngebieten gelten nachts strengere Werte als tagsüber.

Dazu kommen Kondensatableitung mit frostsicherem Ablauf, ein Fundament oder eine Wandkonsole, die Vibrationen entkoppelt, und der Elektroanschluss: Wärmepumpen müssen beim Netzbetreiber angemeldet werden, in Köln bei der RheinNetz, in Düsseldorf bei der Netzgesellschaft Düsseldorf, in Bonn bei BonnNetz. Ein separater Zähler ermöglicht einen Wärmepumpenstromtarif.

Hydraulik, Speicher und Regelung

Mit dem Außengerät allein ist es nicht getan. Im Haus braucht die Wärmepumpe einen Warmwasserspeicher mit ausreichend großer Wärmetauscherfläche, damit Trinkwasser auch mit niedrigen Vorlauftemperaturen sicher erwärmt wird. Ein Pufferspeicher oder eine hydraulische Weiche entkoppelt Wärmepumpe und Heizkreis und verhindert häufiges Takten. Ungeregelte alte Umwälzpumpen werden gegen Hocheffizienzpumpen getauscht.

Der hydraulische Abgleich ist Pflicht, nicht Kür: Er stellt sicher, dass jeder Heizkörper die passende Wassermenge erhält, und senkt die nötige Vorlauftemperatur weiter. Die Regelung trennt Heizbetrieb und Warmwasserbereitung sauber und nutzt eine Heizkurve, die so flach wie möglich eingestellt ist. Eine gut eingeregelte Anlage erreicht im Betrieb oft eine deutlich höhere Jahresarbeitszahl als eine, die nach der Montage nie angefasst wurde.

Förderung 2026: KfW-Zuschuss 458

Für Wohngebäude, deren Bauantrag mindestens fünf Jahre zurückliegt, fördert die KfW den Heizungstausch über den Zuschuss 458. Stand 21. Juli 2026 gelten folgende Sätze: 30 Prozent Grundförderung; 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus, wenn eine funktionsfähige Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung oder eine mindestens 20 Jahre alte Gas- oder Biomasseheizung ersetzt wird (erste Absenkung am 1. Februar 2027, danach alle sechs Monate um vier Punkte, ab 1. August 2028 entfällt der Bonus); ein Einkommensbonus, gestaffelt nach zu versteuerndem Haushaltseinkommen von 40 Prozent bei bis zu 30.000 Euro über 30 Prozent bis 40.000 Euro und 10 Prozent bis 50.000 Euro, mit Kindern jeweils höhere Grenzen.

Insgesamt sind bis zu 70 Prozent Zuschuss möglich, in der niedrigsten Einkommensstufe bis zu 80 Prozent. Förderfähig sind bis zu 28.000 Euro für die erste Wohneinheit, 15.000 Euro je Wohneinheit für die zweite bis sechste und 8.000 Euro je weiterer. Voraussetzungen sind ein Fachunternehmen beziehungsweise ein zugelassener Energieeffizienz-Experte, die Optimierung der gesamten Wärmeverteilung und ein Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender Bedingung, der vor Vorhabenbeginn geschlossen wird. Der Antrag muss vor Beginn gestellt werden.

Fördersätze ändern sich. Prüfen Sie den aktuellen Stand auf kfw.de, bevor Sie beauftragen. Wir stellen die technischen Unterlagen für den Antrag bereit.

Checkliste: Ist mein Altbau bereit?

  • Vorlauftemperatur: Kommt das Haus im Winter mit 55 Grad oder weniger aus? (55-Grad-Test)
  • Heizkörper: Welche Räume werden bei abgesenkter Heizkurve nicht warm? Dort Heizkörper vergrößern.
  • Dämmzustand: Wurden Fenster, Dach oder Fassade in den letzten Jahren erneuert? Das senkt die Heizlast.
  • Aufstellort: Gibt es einen Platz mit Schallabstand zu Nachbarfenstern, Zugang für Wartung und frostsicherem Ablauf?
  • Technikraum: Ist Platz für Warmwasser- und Pufferspeicher vorhanden?
  • Elektrik: Reicht der Hausanschluss, ist ein separater Zähler möglich?
  • Wärmeplan: Liegt das Haus laut kommunalem Wärmeplan in einem Fernwärme-Eignungsgebiet? Dann Anschluss vergleichen.
  • Förderung: Wird eine förderfähige Altanlage ersetzt, und ist der Antrag vor Vorhabenbeginn gestellt?

Häufige Fragen

Funktioniert eine Wärmepumpe in einem ungedämmten Altbau?

Häufig ja, wenn die Heizkörper groß genug sind, um mit höchstens 55 Grad Vorlauf auszukommen. Die Fraunhofer-Studie fand keinen Zusammenhang zwischen Baujahr und Effizienz. Bei sehr hoher Heizlast kann ein Hybridsystem oder der Tausch einzelner Heizkörper nötig sein.

Muss ich eine Fußbodenheizung nachrüsten?

Nein. Ausreichend dimensionierte Heizkörper erreichen ähnlich niedrige Vorlauftemperaturen wie Flächenheizungen. Nur einzelne zu kleine Heizkörper werden getauscht.

Wie laut ist eine Wärmepumpe für die Nachbarn?

Das hängt vom Gerät und Aufstellort ab. In Wohngebieten gelten nachts strengere Immissionsrichtwerte. Leise Geräte, Schallschutzhauben und ein Aufstellort mit Abstand zu Nachbarfenstern lösen die meisten Fälle; wir rechnen die Abstände vorab.

Was ist eine gute Jahresarbeitszahl?

Die Jahresarbeitszahl gibt an, wie viel Wärme je eingesetzter Kilowattstunde Strom erzeugt wird. Luft-Wasser-Wärmepumpen im Bestand erreichten in der Fraunhofer-Feldstudie im Mittel 3,4, gut eingeregelte Anlagen deutlich mehr. Werte über 3 gelten im Altbau als solide.

Wie hoch ist die Förderung 2026?

KfW-Zuschuss 458, Stand 21. Juli 2026: 30 Prozent Grundförderung, 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus bei Austausch einer alten fossilen Anlage, Einkommensbonus je nach Haushaltseinkommen; maximal 70 Prozent, förderfähige Kosten bis 28.000 Euro für die erste Wohneinheit. Antrag vor Vorhabenbeginn.

Brauche ich in Köln, Bonn oder Düsseldorf eine Genehmigung für die Wärmepumpe?

Baurechtlich in der Regel nicht, aber die Anmeldung beim Netzbetreiber ist Pflicht, Schallimmissionsrichtwerte sind einzuhalten, und in Eigentümergemeinschaften braucht die Aufstellung auf Gemeinschaftsflächen einen Beschluss. Bei Denkmalschutz ist die Denkmalbehörde einzubinden.

Quellen

  1. Fraunhofer ISE: Wärmepumpen heizen auch im Altbau klimafreundlich (Projekt „WP-QS im Bestand“) (2025)
  2. KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude (458) (2026-07-21)
  3. Stadt Köln: Kommunale Wärmeplanung ist fertiggestellt (2026-03-04)

Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Förderberatung. Rechtslage und Fördersätze ändern sich; maßgeblich sind die verlinkten Primärquellen. Autor: HeicoSan Rheinland GmbH, Fachbetrieb für Heizung, Sanitär und Klima in Köln.