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Gas-Brennwerttechnik

Bei Gas-Brennwerttechnik prüfen wir zuerst rechtliche Rahmenbedingungen, Bestand und langfristige Perspektive. Eine pauschale Empfehlung für Neuanlagen geben wir nicht.

Mo–Fr 9–17 Uhr · Sitz Köln-Mülheim · Stand 17. September 2026

Regelung einer HeizungsanlageHeicoSan Rheinland
Leistungsumfang

Technik, die zum Gebäude passt

Bestehende Gasheizungen technisch einordnen und effizient betreiben.

  • Bestandsanalyse und Modernisierungsoptionen
  • Brennwerttechnik und hydraulische Optimierung
  • Einbindung ergänzender Wärmeerzeuger
  • Wartung und Störungsannahme
Projektablauf

Vier Schritte zu einer klaren Lösung

  1. 01

    Anlage und Verbrauch aufnehmen

  2. 02

    Vorgaben und Alternativen bewerten

  3. 03

    Technisch tragfähige Lösung planen

  4. 04

    Umsetzen, einstellen und dokumentieren

Was seit dem GModG für Gasheizungen gilt

Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz, in Kraft seit dem 29. Juli 2026, ist die 65-Prozent-Vorgabe für neue Heizungen entfallen. Eine neue Gasheizung ist damit wieder ohne Auflage zum Erneuerbaren-Anteil beim Einbau zulässig. Neu ist die sogenannte Bio-Treppe: Wer eine Gas- oder Ölheizung betreibt, muss ab 2029 mindestens 10 Prozent klimaneutrale Brennstoffe einsetzen, ab 2030 15 Prozent, ab 2035 30 Prozent, ab 2040 60 Prozent; ab 2045 vollständig. Die Ausgestaltung der Grüngasquote will die Bundesregierung bis zum 1. Dezember 2026 in einem eigenen Gesetz regeln.

Bestehende Anlagen dürfen weiter betrieben und repariert werden. Wer eine Brennwerttherme aus den letzten 10 bis 15 Jahren hat, muss also nichts überstürzen; wer vor dem Austausch steht, sollte die künftigen Brennstoffkosten der Beimischung, die Perspektive des Quartiers laut kommunalem Wärmeplan und die Förderung für Alternativen in die Rechnung aufnehmen. Stand: September 2026.

Bestand optimieren statt vorschnell tauschen

Viele Gasheizungen laufen mit zu hohen Heizkurven, ungeregelten Pumpen und ohne hydraulischen Abgleich. Brennwerttechnik nutzt ihren Vorteil nur bei niedrigen Rücklauftemperaturen, weil erst dann der Wasserdampf im Abgas kondensiert. Eine Optimierung von Heizkurve, Pumpe, Ventilen und Warmwasserzeiten senkt den Verbrauch oft spürbar und ist deutlich günstiger als eine neue Anlage.

Zugleich bereiten diese Maßnahmen einen späteren Systemwechsel vor: Niedrige Vorlauftemperaturen, die nach der Optimierung nachweislich ausreichen, sind genau das, was eine Wärmepumpe später braucht.

Hybrid als Brücke

Wenn eine funktionsfähige Brennwerttherme vorhanden ist, kann eine Wärmepumpe als Hauptwärmeerzeuger ergänzt werden, während die Therme nur an sehr kalten Tagen und für Spitzenlasten läuft. Das GModG rechnet solche Hybridsysteme mit Wärmepumpe, Solarthermie oder Biomasse unter bestimmten Bedingungen bis 2035 auf die Bio-Treppe an. Wir prüfen, ob Hydraulik, Regelung und Platz eine solche Kombination sinnvoll zulassen.

Im Mehrfamilienhaus mit Gasetagenheizungen stellt sich zusätzlich die Frage nach einer Zentralisierung. Auch hier ist die technische Bestandsaufnahme der erste Schritt, bevor über Wärmeerzeuger gesprochen wird.

Technische Regeln für Gasinstallationen

Gasleitungen und Anschlüsse errichten und prüfen wir nach den DVGW-Regelwerken, insbesondere der TRGI (Technische Regel für Gasinstallationen). Sie legt unter anderem Leitungsdimensionen, Absperreinrichtungen und Dichtheitsprüfungen fest, bevor eine Anlage in Betrieb gehen darf.

Gas-Brennwertgeräte selbst müssen die Anforderungen der DIN EN 15502 erfüllen; die Kondensatentsorgung regelt DIN 1986-3, bei Bedarf mit Neutralisationseinrichtung, bevor das saure Kondensat in die Kanalisation gelangt. Diese Details erscheinen klein, sind aber Voraussetzung für einen sicheren und normgerechten Betrieb.

Warum viele Brennwertgeräte ihr Potenzial nicht ausschöpfen

Der namensgebende Brennwerteffekt entsteht nur, wenn die Rücklauftemperatur niedrig genug ist, damit der Wasserdampf im Abgas kondensiert. In der Praxis läuft ein großer Teil der installierten Geräte mit zu hoher Heizkurve und ohne hydraulischen Abgleich, wodurch der Effekt kaum oder gar nicht eintritt, obwohl technisch ein Brennwertgerät verbaut ist.

Ein zweiter häufiger Punkt ist die Kondensatführung: Fehlt eine funktionierende Neutralisation oder ein passender Ablauf, kann saures Kondensat Rohre und Anschlüsse über Jahre angreifen. Wir prüfen bei jeder Bestandsaufnahme, ob eine vorhandene Anlage ihren Brennwertvorteil tatsächlich nutzt oder nur dem Namen nach Brennwerttechnik ist.

Häufige Fragen

Gut zu wissen

Darf eine Gasheizung noch erneuert werden?

Ja. Seit dem 29. Juli 2026 gilt das GModG ohne 65-Prozent-Vorgabe. Neue Gas- und Ölheizungen unterliegen der Bio-Treppe mit steigenden Anteilen klimaneutraler Brennstoffe ab 2029. Wir prüfen den konkreten Fall und beziehen Alternativen ein.

Wie arbeitet Brennwerttechnik effizient?

Niedrige Rücklauftemperaturen, passende Heizflächen, hydraulischer Abgleich und eine gute Regelung helfen, den Brennwerteffekt zu nutzen.

Muss ich meine alte Gasheizung austauschen?

Bestehende Anlagen dürfen weiter betrieben und repariert werden. Ob ein Austausch sinnvoll ist, hängt von Zustand, Verbrauch, Förderung für Alternativen und der Perspektive des Quartiers laut Wärmeplan ab.

Was bedeutet die Bio-Treppe für meine Heizkosten?

Ab 2029 müssen Betreiber fossiler Heizungen steigende Anteile klimaneutraler Brennstoffe nutzen, deren Preis heute noch nicht feststeht. Die Bundesregierung will die Quote bis 1. Dezember 2026 gesetzlich regeln. Diese Unsicherheit gehört in die Entscheidung für oder gegen eine neue Gasheizung.

Wird eine neue Gasheizung gefördert?

Nein. Der KfW-Zuschuss 458 fördert Wärmepumpen, Biomasse, Solarthermie, Wärmenetzanschlüsse und bestimmte Hybridkonzepte, nicht die reine Gasheizung. Bei Hybridlösungen ist der erneuerbare Teil förderfähig; Details klären wir projektbezogen.

Woran erkenne ich, ob meine Brennwerttherme wirklich effizient läuft?

Ein Indiz ist eine niedrige Rücklauftemperatur im laufenden Betrieb, sichtbar am Display vieler Geräte. Liegt sie dauerhaft über 55 Grad, deutet das auf eine zu hoch eingestellte Heizkurve oder einen fehlenden hydraulischen Abgleich hin. Wir prüfen das bei der Wartung.

Muss das Kondensat neutralisiert werden?

Bei größeren Anlagen und bestimmten Ableitungswegen schreibt DIN 1986-3 eine Neutralisationseinrichtung vor, bevor das saure Kondensat in die öffentliche Kanalisation gelangt. Wir prüfen das im Rahmen der Bestandsaufnahme.

Was ist der Unterschied zwischen Heiz- und Brennwertgerät?

Ein reines Heizwertgerät führt die Abgaswärme ungenutzt ab; ein Brennwertgerät kondensiert den Wasserdampf im Abgas zusätzlich aus und gewinnt so weitere Wärme. Der Effekt tritt aber nur bei ausreichend niedriger Rücklauftemperatur tatsächlich ein.

Wissen

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